Airbus A 380

Das Teil ist unglaublich! Zunächst einmal komplett anders, als die bis dato bekannten Boeing Flieger, von wegen Steuersäule und so. Weil, die fehlt nämlich in einem Airbus! Statt dessen benutzt man einen "Sidestick", der links unter dem Cockpitfenster positioniert ist (Natürlich nur, wenn man "links" sitzt, also da, wo der Kapitän normalerweise sitzt).

Blick in das Cockpit eines A 380
Blick in das Cockpit eines A 380

Hier erkennt man den Sidestick auf der Seite des 1. Offiziers ganz gut, auf der linken Seite nur noch andeutungsweise. Auch gut zu erkennen: Die Pedale unter der Rechnertastatur, zur Steuerung des Bugfahrwerks und des Seitenruders. Markant sind auch die vier schwarzen Schubhebel in der Bildmitte. Wenn das Ding vollgetankt ist, sitzt man auf ca. 330.000 l Kerosin. Und trotz eines Startgewichtes von über 500 Tonnen, hebt das Teil bei der entsprechenden Geschwindigkeit mühelos ab. Bei meinem ersten Simulatorflug sind wir in Hongkong gelandet (natürlich auf dem neuen Flughafen). Bei zweiten Mal durfte ich in San Francisco landen. It was great! Man konnte beim final approach sogar die Golden Gate Brücke erkennen.  

Bei meinem ersten Versuch auf diesem Muster hatten wir als Anleiter einen pensionierten Kapitän, der eigentlich während seines gesamten aktiven Pilotenlebens Boeing-Muster geflogen ist. Und da er zu dem Zeitpunkt, als ich meinen "Flug" gebucht hatte als einziger zur Verfügung stand, hat er uns eben begleitet. Der Mensch war sehr locker und strahlte eine gewisse Ruhe aus. Sehr wichtig für aufgeregte Greenhorns! In meiner Gruppe waren nebst meiner Wenigkeit noch ein weiterer junger Mann und eine Frau, die den Simulatorflug von ihrem Mann zum Hochzeitstag geschenkt bekam. Der Mann war übrigens zugegen, allerdings nur als passiver Beobachter. Um es gleich vorweg zu nehmen: Perlen vor die Säue, wie man im Volksmund sagt. Für die Frau war das alles andere als toll. Vom Briefing hatte sie überhaupt nichts mitbekommen, weil keinerlei Vorkenntnise und natürlich nicht zugehört und vollkommen fehlendes Interesse. Selbst das Starten bereitete ihr beträchtliche Mühe. Und meine Ansagen (ich saß als Copilot neben ihr) brachten sie vollkommen aus dem Konzept. Und mit dem Wort "Rotate" (das steht in der Fliegersprache für den Befehl zum Abheben) konnte sie überhaupt nichts anfangen. OK! So weit, so gut. Sie durfte dann drei mal starten und dann waren ihre 20 Minuten auch rum. Landen hätte keinen Sinn gemacht. 

Bei meinem zweiten Versuch hatten wir als Anleiter einen Copiloten eines A 380, der sich auf "stand by" Position in Frankfurt befand und uns in Empfang nahm. Der Mensch kannte sich somit hervorragend aus und hatte durchaus einen kleinen Schalk im Nacken sitzen. Ich wunderte mich nämlich, dass die Maschine beim Landeanflug nicht auf ihrem gerade Weg blieb, sondern dauernd nach links wegtriftete. Ich musste dauernd korrigieren. Später beim Debriefing teilte mir der Mensch dann mit, dass er mir im Landeanflug 30 Knoten Seitenwind beigemischt hatte. "Sonst wäre es doch für sie langweilig geworden". Stimmt, da hatte er doch recht! Allerdings passierte mir dann zum Schluß noch ein Missgeschick: Kurz vor dem Aufsetzen habe ich die Maschine etwas zu stark abgefangen, so dass sie wieder ein Stück abgehoben hatte. Dadurch war der Schwung beim Aufsetzen etwas stark, so daß die Mühle mehrfach abhob und wieder aufsetzte. Peinlich!