Dublin (Irland)

Die grüne Insel! Schon oft dort gewesen, weil es ja nur einen "Katzensprung" von uns entfernt liegt. Und wer nahe an einem Flughafen wohnt (natürlich an einem richtigen, mit direkter Anbindung), der fliegt halt dann und wann schnell mal rüber zu den Iren. Und wegen des Zeitunterschieds zu Deutschland (- 1 Stunde), kommt man bei der normalen Flugzeit praktisch zur gleichen Uhrzeit an, mit der man Deutschland verlassen hat. Also zumindest ungefähr. Dieses Rechenexempel kehrt sich natürlich beim Rückflug komplett um, was man deutlich unangenehmer empfindet. Und da Irland, zumindest die Republik Irland, zur Europäischen Währungsunion gehört, muss man noch nicht einmal Währung tauschen. Anders ist das, wenn man nach Belfast fliegt. Nordirland gehört ja zum Vereinigten Königreich Großbritannien. Das gehört zwar auch zur EU, aber eben nicht zur EWU. Und somit sind dort Britische Pfund angesagt.

Ewige Zeiten war Belfast ja dadurch bekannt, dass sich dort permanent Katholiken und Protestanten mit wachsender Begeisterung die Fresse poliert haben. Aber die Zeiten sind ja vorbei (angeblich) und mittlerweile kann man sich dort unbehelligt umschauen. Übrigens: Was viele nicht wissen: Hier in Belfast wurde die Titanic gebaut (bei der Werft Harland & Wolff). Sie war seinerzeit das größte Schiff der Welt, wenngleich nur für kurze Zeit. Das Baudock der Titanic existiert heute noch. Dazu fällt mir immer folgender Spruch ein: Die Arche wurde von einem Hobbybastler gebaut, die Titanic von Profis. 

Ein Jungfuchs auf dem Campus des Trinity College in Dublin
Ein Jungfuchs auf dem Campus des Trinity College in Dublin

Aber nun zu Dublin: Gut ist es, wenn man sich ein Quartier sucht, das logistisch günstig gelegen ist und somit die wichtigsten Pubs fußläufig bequem zu erreichen sind. Ich habe ein solches Quartier in Dublin gefunden: Trinity College Accommodation, mitten in Dublin. Zu einem vergleichsweise günstigen Preis erhält man hier ein Einzelzimmer mit Frühstück in den zahlreichen Studentenunterkünften auf dem Campus. Also quasi ein Bett mit Brechfest ähh Bed and Breakfast. Das Frühstück nimmt man in der Mensa ein und die Kosten sind inklusive, es sei denn, man nimmt ein "full Irish breakfast", das kostet 4 EUR extra. Dafür spart man sich dann allerdings auch das Mittagessen, denn nach einem "full-Irish" ist man bis nachmittags satt. Mein Fall ist das eher nicht. Ich begnügte mich gerne mit den gebratenen Stücken "black-" and "white-pudding", die meine Reisekollegen nicht mochten. Auf Zutaten wie weiße Bohnen in Tomatensoße, unglaublich fetten Würstchen, Eier in verschiedenen Darreichungsformen (fried eggs, sunny side up, boiled eggs usw.), ziemlich trockene Kartoffelecken, gebratenem Schinkenspeck usw. kann ich früh morgens locker verzichten. Die Anzahl der Varianten ist gigantisch. Jeder macht es anders. Wie gesagt, der Schlafplatz liegt wenige Schritte von Temple Bar entfernt. Das ist ein Stadtteil von Dublin, begrenzt vom River Liffey, der Dame Street, der Westmoreland Street und der Fishamble Street. Innerhalb dieses Karrees befinden sich Einkaufsmöglichkeiten, Pubs und Imbißläden mit Speisen aus aller Welt. Das ist echtes Multikulti, wie man es bei uns in Deutschland eher selten findet. Ok, wer natürlich Currywurst-Pommes sucht, ist hier komplett falsch! Aber immerhin haben die Iren Weizenbier für sich entdeckt! Bei meinem letzten Aufenthalt in Dublin fiel mir das sofort auf. Während ich wegen der guten Porter, Stouts, Ales oder Cider den ein oder anderen Pub aufsuchte, standen die Iren mit einem Weizenbierglas in der Gegend rum. Es gibt ein paar Läden, die teilweise als Touristenkneipen verschrien sind, aber die man gesehen haben muss. Dazu gehören "The Brazen Head", angeblich Irlands ältester Pub, der allerdings nicht in Temple Bar liegt (von 1198), "The Stag's Head", "The Temple Bar" (ist auch der Name eines Pubs in Temple Bar) und natürlich "The Palace Bar", um nur einige zu nennen. Abseits von Temple Bar haben wir noch einen guten Laden gefunden, der direkt an der Bushaltestelle des Shuttle-Busses vom Flughafen lag, auch direkt am Ufer des Liffey, aber eben nicht in Temple Bar: "The Sweetman". Hier werden exzellente Biere serviert und zur lunchtime gibt es eine recht große Auswahl verschiedener Speisen.

Wegen dieser Biersorte sind wir mit dem Nahverkehrszug (eigentlich war es eine S-Bahn) nach Howth gefahren (Halbinsel nordöstlich von Dublin). Dort gibt es einen Pub, aus dem schon vor Mittag lautstark Irish-Folk schallt und eben dieses Beamish! Die pure Sahne! Also Howth ist immer eine Fahrt wert, wenn man auf maritimes Flair steht. Wegen des Bieres muss man nicht dort hin, wie ich leider am letzten Tag in Dublin feststellen musste. Bei O'Neills in der Suffolks Street, mitten in Dublin, gab es das Zeugs auch! Natürlich "on tap". Gut zu wissen für den nächsten Besuch.