Auf den Blocksberg und nach Rübeland

Rübeland - das hat nichts mit Rüben zu tun. Der Ursprung des Namens ist nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich kommt er von Rovesland = Räuberland = Rübeland oder von raues Land. Na ja, und der Blocksberg ist eben der Brocken. Und in Wernigerode startet auch der Dampfzug der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) und müht sich redlich bis auf den Gipfel des Brockens. Bei zwei notwendigen Betriebshalten, muß die kleine Lok immerhin jedesmal Wasser nachtanken. So eine anstrengende Fahrt bergauf macht einer Dampflock eine Menge Durst. Wir hatten immerhin reservierte Wagen und vorher bestellte Fahrkarten. Nach der zweiten Station war der Zug aber dermaßen voll, dass fast keiner mehr reingepasst hätte. Immerhin haben wir es dann bis auf den Gipfel geschafft, wo kurz vorher wohl noch eine Hexenverbrennung stattgefunden hatte, denn die gesamte Grasfläche rund um den Gipfel befand sich im Vollbrand. Da wir der erste Zug an diesem Tag waren, konnte der Brand  nicht von einem Funkenflug der Lok verursacht worden sein. Wahrscheinlich hat irgend ein Raucher seine Kippe unachtsam weggeschnickt.

Eine Wiese auf dem Brocken hatte Feuer gefangen
Eine Wiese auf dem Brocken hatte Feuer gefangen

Wie auch immer, das Lok-Personal hielt an der Brandstelle an und versuchte, das Feuer zu löschen. Und andere, die wohl auf dem Brocken arbeiteten, kamen mit einer Wasserspritze angelaufen, die übrigens sehr effektiv war. Wieder andere versuchten, das Feuer mit der Patsche auszuschlagen. Auf jeden Fall war das Feuer aus, als die Feuerwehr anrückte. Der Zug fuhr dann, mit etwas Verspätung, wieder zurück nach Wernigerode. Wir stiegen an der zweiten Station aus, weil dort ein Reisebus wartete, der uns nach Rübeland brachte. Natürlich hatte ein Kollege nicht mitbekommen, dass der Zug nach kurzen Aufenthalt am Gipfel wieder zurück fuhr und ging da oben spazieren. Diesen "Nerd" haben wir dann abends in Leipzig wiedergesehen. Hä hä...

Tolle Fernsicht vom Brocken...
Tolle Fernsicht vom Brocken...

Nachdem der Bus uns nach Rübeland an den Bahnhof gebracht hatte, befuhren wir mit unserem Roten Brummer die "Rübelandbahn" nach Blankenburg und von dort über Halberstadt, Aschersleben und Köthen nach Leipzig. Die Rübelandbahn dient schon lange nicht mehr dem Personenverkehr. Nur Kalkzüge aus dem nahen Kalkwerk verkehren hier noch. Die Strecke gilt als Steilstrecke, wodurch nur dafür zugelassene Loks die Strecke befahren durften. Immerhin betrug die größte Steigung 60 Promille. Wir hatten ja in diesem Jahr in der Mitte des Zuges einen Gepäckwagen dabei, der aber beim Befahren der Rübelandbahn und an den drei Tagen, die wir in Leipzig im Hotel waren, jeweils auf dem Bahnhof abgestellt wurde. So dauerte das etwas in Blankenburg, weil wir einige Rangierfahrten machen mussten, um den Gepäckwagen wieder in die Mitte des Zuges einzubinden.

Als wir Leipzig erreichten, war es schon wieder dunkel. Die Gepäckausgabe funktionierte nun bereits etwas entspannter und so ging ich gemütlich Richtung Hotel. Das lag genau gegenüber vom Hauptbahnhof. Es war nur eine Straße zu überqueren. Übertriebene Eile macht da ohnehin keinen Sinn. Wenn 150 Personen einchecken, dann dauert das eben etwas. Im Übrigen war der zweite "Flaschenhals" bei den Fahrstühlen. Wenn die von 150 Personen gleichzeitig benutzt werden, dann entsteht nochmals eine gewisse Wartezeit. Diese Wartezeit läßt sich übrigens mühelos bei 1-5 Pils an der Hotelbar überbrücken. Gesagt - getan. Auch eine Gelegenheit, wieder alte Bekannte aus dem Vorjahr zu treffen. Denn an der Bar befinden sich meistens die selben Leute. Als ich mich dann, zugegeben, mit leichter Schlagseite auf mein Zimmer bewegte, kamen die ersten Leute zum Abendessen bereits wieder runter. Kurze SMS an meinen Bekannten - er logierte wieder auf der selben Etage - zur Absprache des Termins zum Abendessen. Wenn 150 Personen "Halbpension" gebucht haben und zeitgleich zum Abendessen erscheinen, dann wird es schon mal etwas "kuschelig". In diesem Hotel war das pragmatisch geregelt: Es gab zwei Buffets, eines im Keller, wo sich das Gros der Mitreisenden befand und ein weiteres im Erdgeschoss neben der Bar, wo wir Platz nahmen. Dort saßen auch noch weitere Bekannte, so dass wir dort einen netten Abend mit gutem Essen verbrachten, der dann an der Bar fortgesetzt wurde. Definitiv zu lange allerdings, denn es war nach Mitternacht, als ich meine Zimmertüre öffnete und um 6:00 Uhr würde der Wecker schon wieder rappeln, denn gegen 8:00 Uhr ging es los Richtung Erzgebirge.