Wien 2015

Nun war ich ja schon sehr oft in Wien - und ich fahre immer noch gerne hin! Trotz der Österreicher, die da überall herumlaufen. Aber nirgends kann man sooooo schön Straßenbahn fahren, die Wiener sagen "Bim", wie dort. Außerdem gibt es viel zu sehen und vor allem eine breite Variation von verschiedenen Mehlspeisen, verknüpft mit einer ungeheueren Vielfalt von Kaffeekompositionen. Tut mir leid, aber das können die Österreicher einfach besser als wir. Im traditionellen Kaffeehaus heißt die Bedienung noch "Herr Ober" und man erkennt die Herren meist am schwarzen Anzug und einer Fliege. Und damit das klar ist: Wer einen Milchkaffee bestellt, ist meistens endgültig als Piefke entlarvt (Piefke ist die, meist abwertend gemeinte, Bezeichnung für Deutsche). In Wien bestellt man "a Melosch" (Melange) und einen normalen Kaffee gibt es schonmal gar nicht.  Und die "Wienerle", also die Wiener Würstchen, heißen in Wien natürlich "Frankfurter". Und man sage niemals zum Abschied "Servus". Das kommt einem Affront gleich, denn der Deutsche ist geneigt, wienerische Worte mit Deutschem Tonfall auszusprechen, weil ihm der Wiener Schmäh nicht liegt. Das ist ein "no go". Der Wortschatz der Wiener ist eine Mixtur aus Deutsch, Italienisch, Tschechisch, Ungarisch, Jiddisch und wird entsprechend undeutlich ausgesprochen. Mehr so gegurgelt. Wie auch immer, mir gefällt es und ich finde die Sprache deutlich angenehmer, als die der Sachsen beispielsweise. Wobei sächsisch auch einen hohen Unterhaltungswert haben kann. Besonders jetzt im Herbst, wo alles um einen herum ziemlich braun wird :-)

Wurstsalat in einem Kaffeehaus
Wurstsalat in einem Kaffeehaus
Szene aus einem Wiener Kaffeehaus
Szene aus einem Wiener Kaffeehaus

Wie auch immer, wir hatten auch in diesem Jahr wieder eine schöne Zeit in Wien, wenngleich das Wetter nicht so toll war. Unser diesjähriges Highlight war eindeutig das Hotel: Das MotelOne in der Elisabethstraße im 1. Bezirk. Neu eröffnet vor knapp einem Jahr mit einer unglaublichen Lage! Selbst ein Fußkranker wie ich erreicht den Opernring oder den Karlsplatz in einer Zeit unter 5 Minuten und ist damit quasi "mittendrin" in Wien. In Deutschland würde man City sagen. In Wien heißt das "Innere Stadt". Viel mittiger geht es kaum noch. Man hat direkten Zugriff auf die meisten Tramlinien und 3 U-Bahn-Linien (1, 2 und 4). Ich kenne viele "MotelOne", sowohl in Deutschland, also auch im Ausland. Von den vier Hotels in Wien, kenne ich aus eigener Erfahrung jetzt zwei. Das Haus am Westbahnhof hatte eine vergleichbar gute Verkehrsanbindung. Aber der Westbahnhof liegt im 15. Bezirk und ist damit etwas weiter weg "vom Schuß". Aber zurück zum Haus in der Elisabethstraße: Das ist der Oberhammer! Unglaublich groß, mit Sitzgelegenheiten in einem Innenhof, alles Jugendstil, top renoviert und eingerichtet. Die Bar geht "um's Eck" und ist unglaublich groß. Auf der anderen Straßenseite ist der "Leberkas-Pepi" und nebendran gleich eine Bierkneipe. Was will man mehr? Zum Leberkas-Pepi gibt es noch was zu sagen: Ich habe es bis jetzt immer genossen, an die Würstl-Bude am Schwedenplatz zu fahren und mir dort eine ordentliche Scheibe Leberkas vom Pferd zu gönnen. Mit einer Scheibe Brot, viel Senf und einem kühlen Bier. Außerirdisch! Diese "Reise" innerhalb Wiens ist dank Leberkas-Pepi nicht mehr nötig. Der hat, neben 11 anderen Leberkas-Sorten natürlich auch eine vom Pferd. Und den konsumiert man praktisch "en passant", wenn man auf dem Weg zum Hotel ist. Aber da der Mensch nicht vom Leberkas alleine lebt, an irgendeiner der geschätzten 5 Millionen Würstlbuden in Wien kann man dann immer noch "A Eitrige, an Bugl und a 16er Blech" für den kleinen Hunger zwischendurch bestellen (eine Käsekrainer, ein Brot-Endstück und eine Dose Ottakringer Bier).